Johann Most - Der Stimmkasten

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Johann Most - Der Stimmkasten

von: Johann Most

Erstveröffentlichung: 1892

Format: A5

Seitenzahl: 20

Grammatur Umschlag: 120 g/m²
Grammatur Inhalt: 80g/m²

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In diesem 1892 erst-veröffentlichten Text geht J. Most auf das allgemeine Wahlrecht ein.
Er beginnt mit Auszügen aus einer 1869 von Karl Liebknecht gehaltenen Rede bezüglich des deutschen Parlamentarismus, in der es u.a. heißt " hätte ich die Verurtheilung dieses spezifischen Auswuchses [der preußische Parlamentarismus] auf den Parlamentarismus überhaupt ausdehnen sollen" (S.1).
Most stimmt in der Verurteilung des damaligen deutschen Parlamentarismus natürlich vollkommen überein, überträgt dies aber auch auf die "wahre" Demokratie der USA. Er lebte als Emigrant dort und war in der amerikanischen anarcho-kommunistischen Bewegung aktiv.
Auch hier sei durch den Parlamentarismus für die Arbeiter nichts zu verbessern, sondern nur zu verschlechtern indem sie sich ihre Henker selbst wählen. Dabei stellt Most besonders die Art und Weise in der der Parlamentarismus die sog. "Arbeiterparteien" korrumpiert dar. Schließlich geht er am Ende noch einmal in seiner gewohnt zynischen Art auf die Funktionsweise des Parlamentarismus ein (sehr lesenswert).
Die Auseinandersetzung um eine "Arbeiterpartei", bzw. um eine revolutionäre Partei ist heute immer noch durch Spinner wie die Linkspartei oder die MLPD aktuell. Die Diskussion um Wahlen gibt es schon seit den ersten Parlamenten, von daher ist es interessant Vergleiche zur heutigen Diskussion zu ziehen. Wobei viele Eigenschaften die Most dem Parlamentarismus zuschreibt ihm so wesenseigen sind, dass sie heute noch aktuell sind. Es hat sich eben nichts daran geändert, das Wahlen nix ändern. Vielleicht bekommt ja der ein oder die andere durch diesen uralten Text einen Denkanstoss….
Sehr interessant an der Broschüre sind auch die Auszüge aus der Rede von Liebknecht, der heute von irgendwelchen Staatskommunisten instrumentalisiert wird.